SDG Fokusbeitrag 9/22: #ACT4SDGs & SDG Umsetzung weltweit

Im September widmen sich unsere Mitglieder dem Themenschwerpunkt "#ACT4SDGs & SDG Umsetzung weltweit" anlässlich der Global Week to #ACT4SDGs und präsentieren Kurzbeiträge aus ihrem Tätigkeitsbereich. Gleich reinlesen!

Beitrags-Übersicht:

●  SDG-Initiative REBELS OF CHANGE (Südwind)
●  Projekt 2022: SDG & Laudato Si (Arge Schöpfungsverantwortung)
●  It's good for business (UN Global Compact Network Austria)
●  SDG 8.7: Zadić und Kocher erhalten "Erinnerung" vor ihre Türen (Dreikönigsaktion)

Über die SDG-Fokusbeiträge: In monatlichen Themenschwerpunkten werden in Sammelbeiträgen Herausforderungen, Aktivitäten und Projekte unserer Mitglieder zu bestimmten Themen vorgestellt. Alle Informationen dazu hier.

SDG-Initiative REBELS OF CHANGE

Südwind u.v.m.

Umwelt- und Klimakrise, Pandemie, Kriege, wachsende Ungleichheiten. Positive Zukunftsvisionen und Wege aus der Krise sind aktuell dringend gefragt. Die neue Initiative REBELS OF CHANGE rückt die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als Kompass aus der Krise stärker ins Rampenlicht und macht sie gerade für eine junge Zielgruppe erlebbar.

Mit jugendlichem Elan gegen Krisenstimmung

Eine gute Welt für alle Menschen: Das war der Grundgedanke, als die Vereinten Nationen 2015 die Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedeten. Der Zweck dieses globalen Zukunftsvertrags ist klar: die Sicherung nachhaltiger Entwicklung auf wirtschaftlicher, sozialer sowie ökologischer Ebene. Weniger klar ist oftmals, wie speziell jugendliches Engagement für diese breite Zielsetzung mobilisiert werden kann.

Die Jugend fühlt sich im Stich gelassen

Mehrere Studien sehen gerade die junge Generation an einem Scheideweg: Einerseits fühlen sich junge Menschen vielfach im Stich gelassen, andererseits ist die Notwendigkeit nach einem gesellschaftlichen Umdenken weit verbreitet.  Zu diesem Ergebnis kommt etwa eine breit angelegte SORA-Umfrage vom April 2022 unter rund 25.000 jungen Menschen in Österreich zwischen 16 und  25 Jahren. Demzufolge fühlen sich nur sechs Prozent der jungen Menschen von der Politik gut vertreten. Demgegenüber stimmen 36 Prozent der Ausage zu „die Politik interessiert sich nicht für mich“. Bei aller Frustration ist zugleich der Solidaritätsgedanke erstaunlich: Über 90 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass nur gemeinsam etwas bewegt werden kann.

Mit REBELS OF CHANGE digital und analog aktiv werden

Genau hier setzt REBELS OF CHANGE an, eine neue Initiative von acht Kinder-, Jugend- und entwicklungspolitischen Organisationen, die vor allem Jugendlichen und jungen Erwachsenen Möglichkeiten aufzeigt, um gemeinsam für eine bessere Welt aktiv zu werden. Die Agenda 2030 soll dabei als Kompass aus der Krise dienen. Mithilfe der 17 SDGs werden jungen Menschen unterschiedlichste Betätigungsfelder für soziales Engagement aufgezeigt, vom Kampf gegen den Hunger über Geschlechtergleichstellung bis hin zu Maßnahmen zum Klimaschutz. Wie mehrere Untersuchungen zeigen sind junge Menschen über globale Herausforderungen gut informiert und setzen sich bereits vielfach für Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein.

Im Rahmen von REBELS OF CHANGE soll das bereits vorhandene Engagement für die SDGs verstärkt und neue Möglichkeiten zur Partizipation aufgezeigt werden. REBELS OF CHANGE baut auf eine Mischung aus analog und digital. Junge Menschen können etwa über Social Media mit dabei sein, aktiv mitgestalten, Ideen einbringen und selbst zu Fürsprecher:innen für die SDGs werden und andere inspirieren. SDG-Wanderungen, Kulturveranstaltungen, eine Smartphone-Rallye und Workshops, Mitmachaktionen und Infoveranstaltungen machen die Globalen Ziele auch physisch erlebbar.

Die Initiative wird von der Austrian Development Agency (ADA) gefördert und von Südwind – Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit koordiniert. Weitere Partner sind die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, sustainLabel, Naturfreunde Internationale, ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung, SDG Forum Vorarlberg, Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) sowie Welthaus Österreich.

Alle Veranstaltungen und Infos und Möglichkeiten zum Mitmachen finden sich auf: www.rebels-of-change.org

Projekt 2022: SDG & Laudato Si

ARGE Schöpfungsverantwortung

Die ARGE Schöpfungsverantwortung sieht in der Synergie der SDGs (Sustainable Development Goals 2015) und der Papstenzyklika „Laudato Si“ von 2015 eine reale Chance, den Umsetzungsprozess zu vertiefen und zu beschleunigen und damit einen Beitrag zur Erfüllung der AGENDA 2030 einzubringen.

Kompetenzerwerb durch Wissen und Erfahrung

Das Projektvorhaben 2022 zu „Kompetenzerwerb (Wissen, Erfahrung) für eine nachhaltige Lebenspraxis“ richtet sich über das persönliche familiäre, gesellschaftliche Leben hinaus an die politischen Verantwortungsträger:innen international, an die Kirchen, Religionsgemeinschaften, Wissenschafter und die Wirtschaft. Die Zivilgesellschaft ihrerseits ist aufgerufen, Vorschläge und bewährte Initiativen einzubringen und über Missstände aufzuklären.

Das Umweltbildungsprogramm – Schwerpunktthemen
Klima – Boden – Wasser

Für Maßnahmen, dem Klimawandel und Artensterben Einhalt zu gebieten, sehen wir einen Ansatzpunkt im Goal 15 „Leben an Land“, denn nur durch die aktive Verbesserung des Bodens (seiner Bepflanzung, Düngung und Belebung, ...) kann das Wasserspeichervermögen erhöht und dem Klimawandel sowie dem Verlust der Biodiversität etwas entgegengesetzt werden. Das Bewusstsein um die Bedeutung und Funktionsweise des Bodens und die enorme Wirkung des Humusaufbaus gegen den Klimawandel fehlt in Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft weitgehend. Das wollen wir ändern! 

Umweltbildungsprogramm zum Kompetenzerwerb

Start der SDG-Cafés bzw. JOUR FIXE – Einführung in die SDGs (für Neuankömmlinge) und Gegenüberstellung zur Papstenzyklika „Laudato Si"

Bei den ersten zwei SDG-Cafés im Juli und August 2022 standen die Themen „Boden – Ohne Boden kein Leben“ und „Biodiversität“ mit Fachvorträgen im Vordergrund Durch den regen Diskurs der Teilnehmer:innen untereinander entstanden neue Anregungen und Ideen für die Umsetzung weiterer Maßnahmen im eigenen Umfeld.

In der Fortsetzung ergeben sich daraus ab Herbst drei SDG - JOUR-FIXE, bei welchen die Themenschwerpunkte „Ernährung, Mobilität, Wohnen, Konsum“ und „Gemeinsam aktiv werden“ des Handlungskataloges als Grundlage für die weitere Bearbeitung und Diskussion mit Expert:innen dienen. Diese JOUR-FIXE finden jeweils an einem Donnerstag (s.u.) im Monat von 17:00 – 19:00 Uhr statt, wozu wir Sie herzlich einladen!

Veranstaltungsort: Quo vadis?, Stephansplatz 6 (Zwettlerhof), 1010 Wien

Außerdem findet im Rahmen des Projekts ein Vortrag zu Mobilität statt:
Fernreisen mit dem Rad – Von Wien nach Vietnam – Verena Sticks'
23. Nov. 2022, 18:30 – 20:00
Veranstaltungsort: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien

Behelfe aus den bisherigen SDG-Projekten (Leporello, SDG-Info-Folder mit ausgearbeiteten Themen der Goals)

Handlungskatalog bzw. -anleitungen für eine nachhaltige Lebenspraxis in den Bereichen Ernährung, Mobilität, Wohnen, Konsum und ‘Gemeinsam Aktiv Werden‘ samt Checkliste. Dieser Handlungskatalog dient der Erhebung des eigenen Verhaltens mit dem Ziel, offene Felder zu erschließen und den Wandel (Transformation) mitzugestalten. Sehr viele der Goals der Agenda 2030 werden durch den Maßnahmencocktail des Handlungskataloges direkt und indirekt berührt insbesondere SDG2, SDG13, SDG15.

Auf der Homepage der ARGE Schöpfungsverantwortung  finden Sie weitere Informationen, Vortragsunterlagen bisheriger Veranstaltungen zum Download und die Programmübersicht
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

It's good for business

UN Global Compact Network Austria

Die 10 Prinzipien des United Nations Global Compact rufen Unternehmen auf, für Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen einzutreten, die Umwelt zu schützen und Korruption zu bekämpfen. Diese Prinzipien können helfen, die Sustainable Development Goals zu erreichen.

Schließen Sie sich dem United Nations Global Compact an und vernetzen Sie sich mit anderen Unternehmen, um eine bessere Welt für uns alle zu schaffen.

Zur Kampagne

Weitere Informationen zum Global Compact Network Austria.

SDG 8.7: Zadić und Kocher erhalten "Erinnerung" vor ihre Türen

Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar

Zum Welttag des Kindes am 20. September erinnern Aktivist*innen der Initiative „Kinderarbeit stoppen“ Justizministerin Alma Zadić und Wirtschaftsminister Martin Kocher mit einer besonderen Aktion an das nachhaltige Entwicklungsziel 8.7 und 160 Mio. arbeitende Kinder: Sie schrubbten sogenannte Reverse Graffitis – sie entstehen, indem der Bodenbelag mithilfe von Schablonen, Wasser und Bürsten stellenweise gereinigt wird – vor die Türen des Justiz- und des Wirtschaftsministeriums. Mit den Schriftzügen „Kinderarbeit stoppen” und „Lieferkettengesetz jetzt!” will das Bündnis “Kinderarbeit stoppen” –  bestehend aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, weltumspannend arbeiten (ÖGB) und Butterfly Rebels – die verantwortlichen Stellen in den nächsten Tagen und Wochen auf dem Weg in ihre Büros daran erinnern, dass ihnen als koordinierende Minister*innen eine wichtige Rolle in den Verhandlungen um ein starkes europäisches Lieferkettengesetz, das wirksam gegen Kinderarbeit vorgeht, zukommt.

Kinderarbeit ist weltweit im Steigen begriffen. Weltweit sind rund 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Erstmals seit 20 Jahren steigt die Zahl arbeitender Kinder wieder an. 2015 war die Weltgemeinschaft noch optimistisch: Sie setzte sich in der Agenda 2030 das ehrgeizige Ziel, Kinderarbeit bis 2025 aus der Welt zu schaffen, doch die Covid-19-Pandemie hat die Erfolge der letzten Jahre zunichte gemacht. Es braucht dringend eine Trendwende, um SDG 8.7, die Beendigung von Kinderarbeit, erreichen zu können.  Mit einem starken europäischen Lieferkettengesetz könnte wirksam gegengesteuert werden. Am 23. Februar wurde von der Europäischen Kommission ein Richtlinienvorschlag vorgelegt, der menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten für große Unternehmen vorsieht. Neben Beratungen in den Ausschüssen des EU-Parlaments werden im Herbst die EU-Mitgliedsstaaten in Arbeitsgruppen weiter über einen Kompromisstext zum so genannten Lieferkettengesetz verhandeln. Justizministerin Zadić und Wirtschaftsminister Kocher kommt dabei eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen zu.

Justizministerin Zadić sicherte der Initiative „Kinderarbeit stoppen” bei einem persönlichen Gespräch Ende Mai bereits volle Unterstützung im Kampf gegen Kinderarbeit und für ein wirksames Lieferkettengesetz zu. Auch mit Vertreter*innen des Wirtschaftsministeriums gab es bereits konstruktive Gespräche. Die beiden federführenden Ministerien haben bisher transparent über den EU-Gesetzgebungsprozess informiert und Beteiligungsmöglichkeiten geboten. Für Oktober wurde zu weiteren Konsultationsveranstaltungen eingeladen, bei denen sich die Initiative „Kinderarbeit stoppen” gerne inhaltlich einbringen wird.

Isabella Wieser
Anwaltschaft & Kampagnen
isabella.wieser@dka.at

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