Ein Blogbeitrag von SOL - Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil

Besonders rund um die Winterfeiertage und das neue Jahr stellt sich für viele Menschen verstärkt die Frage, was es denn eigentlich braucht für ein „gutes Leben“. Wie alle Jahre wieder scheint „Konsum“ die Antwort zu sein. Gleichzeitig bot gerade dieses Jahr, das im Schatten der weltweiten Pandemie stand, eine besondere Möglichkeit, alte Grundsätze zu hinterfragen und darüber nachzudenken, was wir denn wirklich für ein erfülltes Leben brauchen. Auch der Verein SOL hat sich im Rahmen des Projekts „SDGs und Ich habe genug“ diesem Thema gewidmet und die "Ich habe genug" - Kampagne mit den Sustainable Development Goals (SDGs) verknüpft.

Im Zuge des Projekts „SDGs und Ich habe genug“ sind eine Broschüre, eine Ausgabe „Sustainable Austria“ mit Fachartikeln, eine Radiosendung und eine Linksammlung entstanden. Das Kernstück der Kampagne bilden dabei die drei GENUG-Strophen, von denen jede einen anderen Aspekt des „Genug-Habens“ behandelt. Gemeinsames Ziel der einzelnen Strophen ist: Ein gutes Leben für mich – ein gutes Leben für alle!

Die SDGs und „Ich habe genug“

Was verbindet die nachhaltigen Entwicklungsziele nun mit dem GENUG-Ansatz?  Die SDGs zielen auf ein gutes Leben für alle Menschen ab. Sie stellen das globale Wirtschaftssystem zwar nicht grundlegend in Frage, doch sie können ein starkes Instrument sein, um sicherzustellen, dass alle – insbesondere auch die Länder des globalen Nordens – einen Beitrag leisten, damit weltweit eine nachhaltige Entwicklung möglich wird. Denn die Erde hat nicht genug Ressourcen für 8 Milliarden Menschen, die so leben wie wir derzeit in Österreich. Hier knüpft die neue Broschüre „Gutes Leben für alle! GENUG HABEN“ an, indem sie dazu anregt, eigene Verhaltensmuster und gesellschaftliche Strukturen in Bezug auf Lebensstil und Ressourcenverbrauch zu hinterfragen und neue Wege zu finden, ökologisch nachhaltiger, solidarischer und glücklicher zu leben.

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 noch erreichen zu können ist es einerseits notwendig, dass wir im globalen Norden unser Konsumverhalten und unsere gewohnten Lebensstile infrage stellen. Gleichzeitig müssen die SDGs auch in der Politik stärker in den Fokus genommen werden, um auf institutioneller Ebene das Erreichen der Zielsetzungen sicherzustellen. Die „Ich habe genug“-Kampagne von SOL kann dabei helfen, ein Hinterfragen und Umdenken jeder und jedes Einzelnen auf allen Ebenen anzuregen. In der Ausgabe Sustainable Austria Nr. 79 „Nachhaltige Entwicklung und GENUG-HABEN“ sind dazu auch spannende Fachartikel erschienen.

Drei Aspekte für ein gutes Leben 

Die Erde hätte genügend Ressourcen für ein erfülltes Leben für alle. Dafür ist es einerseits notwendig, die Ressourcen gerechter zu verteilen. Doch auch ein weiterer Punkt sollte nicht außer Acht gelassen werden: Wir haben bereits genug! Es geht also nicht nur um „anders“, sondern auch um „weniger“. Zu diesem Ansatz der „Suffizienz“ wurde der Postwachstumsökonom Niko Paech in der Radiosendung „SOL on Air“ interviewt. Auch die drei Strophen der „Ich habe Genug“-Kampagne nehmen diesen Gedanken in den Fokus.

Die erste Strophe (Ich HABE genug.) ruft uns in Erinnerung, dass wir schon genügend materielle Dinge besitzen und es nicht immer mehr braucht, um glücklich zu sein. Denn weniger ist besser – für mich und für die Erde! Diese Strophe bezieht sich auf die persönliche Ebene und unseren Konsum. Hier besteht auch ein konkreter Zusammenhang mit einzelnen SDGs (z.B. SDG 12 und SDG 13). Um nachhaltigere Konsummuster zu unterstützen, hat SOL eine Linksammlung erstellt, in der Websites gesammelt wurden, die Alternativen auflisten. Und zwar sowohl alternative Konsummöglichkeiten, als auch Alternativen zum Konsum selbst.

Die zweite Strophe (Ich habe GENUG!) soll dazu anregen, sich für eine gerechtere Welt zu engagieren. Sie macht Mut, gegen lokale und globale Missstände aufzustehen und sich aktiv für Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich und für eine intakte Umwelt einzusetzen. Es geht hier um eine Veränderung auf systemischer Ebene und auch darum, mithilfe unseres persönlichen Engagements die SDGs als Leitbild in der Politik zu verankern.

Strophe Nummer drei (ICH habe genug…) zeigt auf, dass der Weg zu einer nachhaltigen, solidarischen Gesellschaft nur gemeinschaftlich bestritten werden kann. Gemeinsam haben wir genug Kraft und Fantasie um etwas zu verändern und ein Bewusstsein für Probleme zu schaffen, damit die Politik zum Handeln bewegt wird. Wir können noch heute den ersten Schritt hin zu einer gerechteren Gesellschaft machen, indem wir mit Gleichgesinnten Alternativen aufbauen und Veränderung vorleben. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der SDGs und macht darüber hinaus sichtbar, dass ein gutes Leben auch abseits der aktuellen Dynamiken des globalen Wirtschaftssystems möglich ist.

Wir sehen also: Unser lokales Engagement und unsere persönlichen Entscheidungen tragen dazu bei, die nachhaltigen Entwicklungsziele global zu etablieren. Gemeinsam können wir Alternativen zu gängigen Lebensstilen und Konsummustern leben und damit zeigen, dass ein gutes Leben möglich ist – für mich und für alle!

Kontakt und weiterführende Links:

Verein SOL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil

"Ich habe genug"-Kampagne

Projekt "SDGs und Ich habe genug"

Sie lasen einen Blogbeitrag einer Mitgliedsorganisation von SDG Watch Austria. Die darin enthaltenen Meinungen sind keine Positionen von SDG Watch Austria oder von ÖKOBÜRO als Medieninhaber.