Nachhaltige Entwicklung folgt dem Verursacherprinzip

Die Beschäftigung mit dem Thema der Kostenwahrheit, also der volkswirtschaftlichen Anrechnung aller Kosten eines hergestellten Produktes bzw. einer Dienstleistung, ist in der Debatte um nachhaltige Entwicklung und Zielerreichung der SDGs unumgänglich. Denn oftmals liegt hier der Konflikt zwischen Umwelt und Wirtschaft begründet.

Verursacherprinzip

Im Mittelpunkt steht dabei das Verursacherprinzip, sprich das Tragen aller anfallenden Kosten durch den Verursacher und die Verursacherin. Gelingt das nicht und werden die sogenannten externen Effekte nicht internalisiert, kommt es zu fehlender Verursachergerechtigkeit. Als Folge davon entstehen Marktverzerrungen und Marktversagen. Staatliches Eingreifen wird notwendig.

Jede Leistung umfasst bestimmte Kosten und Nutzen

Das Prinzip ist klar: Jede Leistung umfasst bestimmte Kosten und Nutzen. In manchen Bereichen fallen diese Kosten und Nutzen nicht bei jenen an, die die Leistung in Anspruch nehmen. So werden oftmals (Teil-)Kosten anderen Personen sowie der Gesellschaft aufgebürdet und nicht dem Verbraucher und der Verbraucherin.

Externe Effekte

In diesem Fall ist von externen Effekten (auch: externe Kosten) die Rede. Anders gesagt: Wenn wirtschaftliche Handlungen negative Auswirkungen auf unbeteiligte Marktteilnehmer/innen haben kommt es zu externen Effekten. Dabei werden diese Auswirkungen nicht im Entscheidungsprozess der Verursacherin und des Verursachers mitgerechnet. 

Beispiele

Im Energiebereich stellen beispielsweise Schadstoffemissionen und deren negativen Folgen auf Mensch, Tier und Klima externe Effekte dar. Im Verkehrssektor zählen neben Schadstoffen beispielsweise der Lärm und deren negativen Folgen externe Effekte dar.

Bemessung der externen Effekte und Förderung von Kostenwahrheit

Je nach Mess- und Bewertungsmethode gibt es naturgemäß Unterschiede in der Erhebung der externen Effekte. Klar ist jedoch, dass neben vertraglichen Regelungen und ordnungspoltischen Maßnahmen (z.B. Grenzwerte) die marktbasierten Instrumente (z.B. Zertifikatshandel, ökologische Steuern) zu den gängigen Ansätzen der Internalisierung externer Effekte bzw. der Förderung von Kostenwarheit zählen. Im Sinne der Zielerreichung einzelner Sustainable Development Goals besteht hier Handlungsbedarf, um Indikatoren bis zum Jahr 2030 erfüllen zu können.

IUFE-Fachtagung "Kostenwahrheit - Chancen und Herausforderungen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltiger Entwicklung" im Oktober 2017

Um sich mit den Aspekten der Kostenwahrheit zu beschäftigen lädt das Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) am 19. und 20. Oktober 2017 zur Fachtagung. Die geladenen Referent/innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung befassen sich mit dem Publikum mit Themen wie etwa Ökosystemleistungen, Ökonomisierung der Natur, Marktverzerrungen in einzelnen Sektoren, Klimafinanzierung, wirtschaftliche Instrumente der Nachhaltigkeitspolitik und ökologische Steuerreform. Dabei werden immer wieder Parallelen zur Zielerreichung der SDGs aufgezeigt. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind noch wenige Tage möglich. Details zur IUFE-Fachtagung 2017: http://www.iufe.at/detail/news/iufe-fachtagung-zum-thema-kostenwahrheit/

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